Deutscher Kongress für
Laboratoriumsmedizin 2022

»Laboratoriumsmedizin begleitet Leben«

13. – 14. Oktober 2022
CC Rosengarten, Mannheim

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Laboratoriumsmedizin begleitet Leben“, so lautet das Motto der 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin, die zusammen mit dem DVTA die 4. Fachtagung für Biomedizinische Analytik am gewohnten Veranstaltungsort in Mannheim am 13. und 14. Oktober 2022 stattfinden wird, nachdem die ursprünglich für 2020 geplante Jahrestagung aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. Aufgrund der Erfahrungen der zurück liegenden Jahre wird diese Jahrestagung erstmalig als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt werden, um möglichst vielen Interessierten eine Teilnahme zu ermöglichen.

Der Fall der Mauer wird zur Jahrestagung 33 Jahre zurück liegen. Die friedliche Wiedervereinigung der beiden deutschen Teile empfinde ich, Matthias Nauck, nach wie vor als großes Geschenk, auch hat sie meinen beruflichen Lebensweg sehr stark geprägt. …

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Auch vor diesem Hintergrund freue ich mich, dass Herr Professor Dr. Michael Hecker, unter anderem Mitglied der Leopoldina, im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung über seine Erfahrungen aus der Wendezeit an der Universität Greifswald berichten wird. Aktuell stehen wir in vielen politischen Fragen vor wichtigen, grundlegenden Entscheidungen und Veränderungen. Das war für die Menschen in den neuen Bundesländern vor einer Generation nicht anders und erlaubt uns retrospektiv, das Potential und weniger die Risiken von Veränderungen zu sehen und damit insgesamt optimistisch nach vorne zu schauen.

„Laboratoriumsmedizin begleitet Leben“. Häufig ist ein positiver Schwangerschaftstest der erste objektive Nachweis für das Heranwachsen eines neuen Menschen. Nach der Geburt ist in Deutschland das Neugeborenenscreening für alle Neugeborenen etabliert, in dem angeborene Erkrankungen und Stoffwechselstörungen detektiert werden. Bei frühzeitiger Behandlung können die Lebenserwartung und Lebensqualität der Betroffenen entscheidend verbessert werden. Im weiteren Verlauf des Lebens haben wir alle immer wieder Berührungspunkte mit der Medizin, in denen in sehr vielen Fällen auch laboratoriumsmedizinische Untersuchungen eine entscheidende Rolle spielen. Dies gilt sowohl für präventive als auch akute Untersuchungen im Krankenhaus, wenn Diagnosen rasch gestellt und Therapien eingeleitet werden müssen. Darüber hinaus tragen spezifische laboratoriumsmedizinische Untersuchungen dazu bei, seltene und unklare Erkrankungszustände zu diagnostizieren.

Seit einigen Jahren wird viel von der sogenannten Präzisionsmedizin, individualisierten Medizin oder stratifizierten Medizin gesprochen. In diesem Zusammenhang sehen wir große Möglichkeiten aber auch Herausforderungen auf die Laboratoriumsmedizin zukommen. Wir müssen mit unserer Analytik dazu beitragen, die abgestuften therapeutischen Maßnahmen durch eine adäquate Diagnostik zu unterstützen. Dies setzt voraus, dass unsere in den medizinischen Laboratorien eingesetzten Messverfahren den medizinischen Anforderungen entsprechen. Gemeinsam mit der diagnostischen Industrie müssen in den Themenbereichen Weiterentwicklungen initiiert und umgesetzt werden, in denen die verfügbaren technischen Voraussetzungen dazu noch nicht ausreichen. Dabei geht es sowohl um die klassischen Laboranalysen, einschließlich der patientennahen Sofortdiagnostik, als auch um eine Reihe von neuen Messverfahren. Mit der Anwendung neuer Technologien in der Medizin können umfangreiche Daten, z.B. aus dem Spektrum der OMICS-Technologien, gewonnen werden. Hier müssen in der nächsten Zeit neue Ansätze Einzug halten, um die relevanten Informationen aus den umfangreichen Datensätzen den behandelnden Ärztinnen und Ärzten in einfacher und verständlicher Form zur Verfügung zu stellen. Damit dürfte die herkömmliche Befundstruktur, die Messgröße für Messgröße zeilenweise abbildet, der Vergangenheit angehören.

Die inhaltliche Weiterentwicklung der Präzisionsmedizin benötigt für viele Fragestellungen große Netzwerke, in denen Daten und Bioproben von vielen Teilnehmern in standardisierter Form erhoben und wissenschaftlich – auch unter der Nutzung der künstlichen Intelligenz – ausgewertet werden müssen. Hier ist in der Bundesrepublik während der Corona-Pandemie das Netzwerk der Universitätsmedizin (NUM) entstanden, für das unterdessen eine Corona unabhängige Finanzierung durch das BMBF besteht. Da die Laboratoriumsmedizin in diesem Netzwerk von Beginn an vertreten ist und auch für die Zukunft weiter eine wichtige gestaltende Rolle einnehmen sollte, freue ich mich, dass Dr. Heyder, der Leiter der Koordinierungsstelle des NUM, über das Erreichte und die zukünftigen Entwicklungen des NUM berichten wird.

Die Qualität laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen wird in Zukunft weiter steigen müssen, um im Wettstreit mit anderen diagnostischen Verfahren – wie z.B. der Bildgebung – zu bestehen und ihren Stellenwert ausbauen zu können. Dafür ist ein schlankes und wirkungsvolles Qualitätsmanagement essentiell, in dem Elemente wie Peer Reviews zur Verbesserung beitragen können.

Entscheidend für den Stellenwert der Klinischen Chemie und Laboratoriumsmedizin ist, dass unsere klinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen den Nutzen unserer Arbeit für sie und damit für unsere Patienten erleben. Daher ist es uns ein Anliegen, in diesem Kongress die Interdisziplinarität mit anderen klinischen Fächern zu stärken und den Dialog auszubauen. Vor diesen Hintergründen werden folgende Schwerpunkte bei der 17. Jahrestagung eine besondere Rolle spielen:
  • Messgüte laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen vor dem Hintergrund der medizinischen Anforderungen

  • Translation der OMICS-Technologien in die Krankenversorgung

  • Anforderungen an Befunddarstellungen bei komplexen laboratoriumsmedizinischen Daten

  • Qualitätsmanagement und Peer Review

  • Interdisziplinarität als Schlüssel einer zukunftsweisenden Krankenversorgung

  • Wissen schaffen in der Laboratoriumsmedizin unter der Nutzung von Forschungsverbünden

  • DVTA: Herausforderungen in der Transfusionsmedizin

  • DVTA: Mikroskopierkurse: hämatologische Morphologie, Parasitendiagnostik, Zytologie der Körperflüssigkeit

Nachdem in den letzten Jahren die interne Struktur der DGKL durch die Schaffung von Kompetenzfeldern neu aufgestellt wurde, freue ich mich als Tagungspräsident der DGKL ganz besonders, dass in diesem Jahr wichtige Bestandteile des Kongresses durch die Sprecher der Kompetenzfelder und den zugehörigen Sektionen gestaltet worden sind. Dies zeigt, dass sich viele engagierte Mitglieder der DGKL in den wissenschaftlichen Kongress einbringen und wir versuchen, unterschiedliche Bedürfnisse zu adressieren, die sowohl Themen der Grundlagenforschung als auch der unmittelbaren klinischen Anwendung betreffen.

Im Rahmen der 4. Biomedizinischen Fachtagung bietet der DVTA für MTLA mit Vorträgen, Seminaren und Workshops eine Plattform zur Weiterbildung in unterschiedlichen Bereichen; gerade auch unter dem Aspekt der neuen Gesetzgebung werden sich die beruflichen Anforderungen verändern. Anforderungen neuer Techniken wie Massenspektrometrie und molekulare Diagnostik sowie Bioinformatik und Automation revolutionieren zunehmend unser Handlungsfeld. Darüber hinaus werden wir das aktuelle Thema zur IvD – Regelung diskutieren. Die Komplexität unserer diagnostischen Verfahren fordert zum einen den intensiven interdisziplinären Austausch, zum anderen auch ein gutes Management, besonders von MTLA-Leitungen. Hinzu kommen zusätzliche Aufgaben der Praxisanleitungen und die Ausweitung der praktischen Ausbildung unseres Nachwuchses in der Laboratoriumsmedizin. Nutzen Sie daher die Gelegenheit, um Ihre Kompetenzen zu erweitern und Ihr Netzwerk auszubauen.

Wir freuen uns darauf, Sie in Mannheim zu begrüßen und wünschen uns allen eine inhaltsreiche Tagung, aus der wir nicht nur neue fachliche Aspekte mitnehmen, sondern auch das gemeinsame Miteinander wieder positiv erleben dürfen.



Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Prof. Dr. med. Matthias Nauck
Tagungspräsident DKLM

Ihre
Christiane Maschek M.A.
Tagungspräsidentin DKLM
Prof. Dr. med. M. Nauck
Christiane Maschek M.A.

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